Lawinenwarndienst Steiermark

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Lawinenerkundung in der Obersteiermark

Erstellt am 20. Jänner 2015

Am 20.1.2015 flogen zwei Mitarbeiter des LWD Steiermark mit der Flug- und Alpinpolizei zu einem Lawinenerkundungsflug in die Obersteiermark. Es wurde die Schneesituation auf der Meßnerin genauer begutachtet, um einen Befund über die Lawinensituation in den südseitigen Rinnen für die Gemeinde Tragöß-Sankt Katharein verfassen zu können. Weiter wurde über den Hochschwab und die Eisenerzer Ramsau geflogen um sich ein besseres Bild über die derzeitige Lawinensituation in dieser Region machen zu können.

Südseitige Rinnen auf der Meßnerin wurden besonders begutachtet. (Quelle: LWD)

Derzeit liegt verbreitet nur wenig Schnee. Es wurden frische Windgangerln im Kammnahen Bereich bei geringer Schneeauflage gesichtet, welche aber durch den geringen Wind nur schwach ausgeprägt waren. Ein Zeichen für wenig Wind war der nur wenige Anraum auf den Gipfelkreuzen. Es waren flächiger Oberflächenreif und vereinzelte Triebschneelinsen zu erkennen. An wenigen Stellen konnte man auch noch die gewellte Schneeoberfläche sehen, die durch den vergangenen Regen verursacht wurde.

Windgangerln und Anraum auf der Station Hochschwab (Quelle: LWD)

Im Rahmen dieses Fluges wurden auch die Wetterstationen Hochschwab und Eisenerzer Ramsau/Speikkogel enteist und auf ihre Betriebsfähigkeit überprüft.

Herzlichen Dank für die Kooperation mit der Flug- und Alpinpolizei! (Quelle: LWD)

Fortbildung des Österreichischen Naturfreunde Ausbildungsteams beim Steirischen Lawinenwarndienst

Erstellt am 18. Jänner 2015

Am Freitag den 16.01.2014 begann um 16.00 Uhr die Fortbildung für das Ausbildungsteam der Naturfreunde Österreich. Die Weiterbildung wurde in zwei Teile aufgeteilt: in einem theoretischen Teil am Freitag und einem praktischen Teil im Gelände am Samstag.

Der Freitag begann mit einer Führung bei der ZAMG Graz. Im Büro wurde gezeigt, wie eine Wetterprognose zustande kommt.

Weitere Themen waren:

  • Die Arbeitsweise des Steirischen Lawinenwarndienstes
  • Die Verwendung der neuen Symbole und die typischen Situationen im Lawinenlagebericht
  • Nutzung der neuen Homepage
  • Während eines gemeinsamen Abendessens wurden die offenen Fragen diskutiert.
Vortrag: Wiekommt es zu einer Wetterprognose. Quelle: Marcellus Schreilechner

Der gemeinsame Geländetag führte uns auf die Winterleitenhütte. Während des Aufstieges wurde die heutige Lawinensituation besprochen und ein möglicher Standort für die Schneedeckenuntersuchungen diskutiert. Nach dem Lawinenunfall eines Lawinenkommissionsmitgliedes in Tirol, welcher bei der Schneeprofilerstellung verschüttet wurde, war der Sicherheitsaspekt ein großer Schwerpunkt bei der Diskussion. 

Die Standortauswahl ist von einem Schneeprofil ist unserer Sicht nach abhängig von der Aufgabenstellung (Aussagekraft) und von der Erfahrung. Geländekenntnis ist dabei Voraussetzung um auch bei widrigen Wetterbedingungen einen sicheren Zu- und Abstieg gewährleisten zu können. Aufgrund der derzeitigen Situation haben wir uns entschlossen einen Nordwestexponierten Hang in ca. 1900m zu beproben.

Grabarbeiten für die Schneedeckenuntersuchungen                Quelle: Marcellus Schreilechner

 

ECTS - Testanordnung. Quelle: LWD

Ergebnisse:

  • Schneeprofil siehe LAWIS
  • Auslösung des K.O.Stufe 1 – an den bodennahen kantigen Formen
  • Mittels kleinen Blocktest wurde eine Graupelschicht gefunden
  • ECTS Test: Stufe 12 – Auslösung auf der Graupelschicht, Teilbruch
  • Messung der Schneedeckentemperatur: lag bei ca. -1,5 Grad

Die Schneeschichten in der Altschneedecke haben sich aufgrund der Erwärmung gut miteinander verbinden können. Bei den diversen Tests konnte keine Bruchausbreitung in den möglichen Schwachschichten festgestellt werden.

 

Gruppenfoto der Teilnehmer und LWD. Quelle: Marcellus Schreilechner

Der LWD bedankt sich für einen lehrreichen gemeinsamen Geländetag und freut sich auf weitere Kooperationen.


Lawinenkurs für Lawinenkommissionen Bad Aussee

Erstellt am 15. Jänner 2015

Vom 12. bis 14.Jänner 2015 fand der zweite Lawinenkommissionskurs dieses Winters in Bad Aussee statt. Den 30 Kursteilnehmern aus der Steiermark sowie „Gästen“ aus Niederösterreich und Salzburg, darunter Vertretern der ÖBB und der Mariazellerbahn stand ein Ausbildungsteam von 8 Personen zur Verfügung. Bestens untergebracht und versorgt im dortigen JUFA wurde der erste Tag der Theorie gewidmet:

Einer allgemeinen Einführung in die Wetter- Schnee- und Lawinenkunde durch Axl Podesser von der ZAMG, die speziell auf die Anforderungen bei der Arbeit der Lawinenkommissionen abgestimmt war folgte am späteren Nachmittag ein Vortrag von Manfred Posch über die Arbeit der Landeswarnzentrale.

In der Zwischenzeit wurde von den restlichen Ausbildnern das Gelände am Loser für die praktischen Übungen erkundet. Etwa 30 Zentimeter Neuschnee und Böen bis 100 km/h versprachen für den nächsten Tag eine „spannende“ Schneedecke.

Unser Ausbildungsteam erkundet mit Markus Raich von den Loser Bergbahnen das Gelände.

Dalia Tanczos, eine profunde Rechts-Expertin im Bereich Alpinunfälle, hielt ein äußerst interessantes Referat zum Thema Haftung bei der ehrenamtlichen Lawinenkommissionsarbeit.

Am Abend frischte unser Wetter- und Lawinenmelder von der Tauplitz, Hans Stieg das Wissen rund um die Arbeit mit dem Hubschrauber auf.

Hans Stieg von der Tauplitz referiert über die technischen Anforderungen der unterschiedlichen Hubschraubertypen, die bei der Lawinenerkundung bzw. Lawinen-Sprengung zum Einsatz kommen.

Der zweite Tag war der Geländearbeit gewidmet. Bei herrlichem Wetter wurden in 7 Kleingruppen Schneedeckenuntersuchungen durchgeführt, um das am Vortag gelernte in die Praxis umzusetzen Über die systematische Schneedeckenerkundung nach dem bayrischen „Altmeister Bernd Zenke“ wurde die Beurteilung der Lawinengefahr im Gelände geübt.

Überaus interessant war dabei, im sonnseitigen Gelände den raschen Abbau einer Schwachschicht aus Graupel über einer mächtigen Harschschicht zu verfolgen. Hingegen änderte sich schattseitig wenig in der sehr kalten Schneedecke. Nach einem gemeinsamen Resümee über die gewonnenen Eindrücke und die Eingabe der aufgenommenen Schneeprofile in das neue LAWIS- Modul der Homepage folgte am Abend noch ein aufschlussreicher Vortrag vom Leiter der AEG Liezen, Christian Huber über die Arbeit der Alpinpolizei.

Im schattseitigen Gelände fand sich jede Menge eingewehter Schnee, welcher oft noch unter Spannung stand.

Der letzte Tag begann mit einem Vortrag von Axl über die Interpretation von Wetterdaten aus dem automatischen Lawinenstationsnetz, wobei anschließend aus den tlw. kniffligen Diagrammbeispielen der Wetterablauf samt möglicher Auswirkungen auf die Schneedecke und die Lawinenaktivität  rekonstruiert werden musste.

Lisa Jöbstl von der ZAMG berichtete im Anschluss daran über die Neuerungen der steirischen Lawinen-Homepage sowie über die Versendung lawinenrelevanter Informationen mit dem neuen SnowSafe-App.

Den Abschluss bildete eine sehr interessante Befragung über die Einschätzung der Gefahrenstufe, die Arno Studeregger moderierte. Dabei mussten die Kursteilnehmer unterschiedlichen Schneebrett- und Lawinenszenarien rasch die entsprechende Gefahrenstufe zuordnen – eine nicht ganz einfache Aufgabe, die für manche trotz der Anonymität fast Prüfungscharakter annahm.

Ganz am Ende wurden von Helmut Kreuzwirth, dem Leiter des Lawinenreferates beim Land Steiermark die Urkundenverteilung für den erfolgreichen Kursabschluss vorgenommen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere drei Bergführer Engelbert Leitner, Bernd Robanser und Robert Kerneza für die fachkundige Arbeit, an die Loser Bergbahnen für die lifttechnische Unterstützung sowie an das JUFA Bad Aussee und das Team von Ulli Hammer für die ausgezeichnete Betreuung!


Stationsreparatur Hohe Veitsch

Erstellt am 15. Jänner 2015

Der Einfluss des enormen Windes forderte neuerlich einen Tribut: Auf der Veitsch ist der Stationsausleger gebrochen und musste nach erfolgter provisorischer Fixierung endgültig getauscht werden. Daher machte sich die „Sherpa-Abteilung“ des Lawinenwarndienstes auf den Weg, um die neuen Ersatzteile zur Station zu bringen. Trotz mühsamen Aufstieges aufgrund des schweren Gepäcks konnte die Station nach erledigten Wartungsarbeiten wieder instand gesetzt werden. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn eine heranziehende Kaltfront ließ Eile aufkommen. Doch passend zu den ersten Sturmböen konnten wir bereits die Abfahrt antreten.

An dieser Stelle möchte wir uns bei der Lawinenkommission Hohe Veitsch für die ausgezeichnete Unterstützung bedanken!

Aufgrund der für die Instandsetzung benötigten Ersatzteile war der Rucksack schwer beladen und der Aufstieg dementsprechend mühsam. Dennoch, sobald die Mannschaft die Station vor Augen hatte, war sie nicht mehr zu bremsen und verschärfte das Tempo ... wink

 

Die Reparaturarbeiten konnten noch bei freundlichen Bedingungen erfolgen.

 

Die Schneehöhen sind bescheiden, was auch beim Blick Richtung Ötscher ins Auge sticht.

 

Der "Vorher-Nachher-Vergleich": Ein stabilerer Querträger mit verringerten Ausmaßen, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten, konnte erfolgreich montiert werden.

Erkundung in den Seetaler Alpen

Erstellt am 14. Jänner 2015

Am 13.01.2015 unternahmen die Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes eine Ausfahrt in die Region der Seetaler Alpen. Rasch zeigte sich, dass die generellen Schneehöhen zwar auf der bescheidenen und deutlich unterdurchschnittlichen Seite lagen, dennoch sorgte die Windeinwirkung für die Bildung frischer, spröder Einfrachtungen. Abgeblasene und somit schneefreie Bereiche sollten dementsprechend – selbst bei Schneearmut – richtig gedeutet werden, sie weisen unmissverständlich auf den Prozess der Schneeumlagerungen hin.

 

Unser neuer Mitarbeiter im Lawinenwarndienst, Andreas Gobiet, bei der "Überprüfung" der automatischen Pegelmessung mittels Sonde.

 

 

Nicht immer gilt es bei einer Skitour nur die Lawinengefahr im Auge zu behalten ...  wink

 

Der Profilstandort in einer eingewehten NE-exponierten Hangzone. Gut zu erkennen ist die frische Auflage auf der Harschschicht, unter der sich kantige Kristalle aubilden konnten.

 

Die Triebschneeauflage war recht leicht zu stören, hier lagen die Probleme innerhalb der frischen Auflage sowie unmittelbar unter dem Harschdeckel (kantige Formen).

 

Schneefahnen und Verfrachtungen prägten das Bild.

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