Lawinenwarndienst Steiermark

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Lawinenerkundung Tauplitz/Lawinenstein

Erstellt am 30. Jänner 2015

Gestern führten Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes auf der Tauplitz im Bereich des Lawinensteins Schneedeckenuntersuchungen durch. Es wurde erforscht, welche Schwachschicht für den Lawinenunfall  „Lawinenstein“ (1 Toter) in Frage kommen konnte.

 

Abb. 1 Die Schneedeckenoberfläche wurde mit dem Wind bearbeitet und war sehr spröde.  Quelle: LWD

 

Bereits beim Zustieg wurden viele „Wumm-Geräusch“ vernommen. Zusätzlich konnten mehrmals einige Risse in der Schneedeckenoberfläche  gesichtet werden.

 

Abb. 2 Risse in der Schneedecke Quelle: LWD Stmk

 

Auf einer sehr harten Eisschicht hat sich 5 cm Schwimmschnee gebildet. Auf dieser Schicht liegt harter Triebschnee, welcher mit eingeschneiten Oberflächenreifschichten durchzogen ist (siehe Schneeprofil/Tauplitz).  Der Schneedeckenaufbau ist für die Tourengeher sehr tückisch. Die potentiellen Schwachschichten sind nur schwer visuell erkennbar. Nur die Wumm-Geräusche lassen den schlechten Schneedeckenaufbau vermuten.  

Oberhalb der Eisschicht liegt Schwimmschnee  Quelle: LWD Stmk


Zusätzliche, neue Stationdatendarstellung

Erstellt am 30. Jänner 2015

Erweitertes Service:

Unter dem Reiter WETTER sind nun neben der Statiosdatedarstellung im LAWIS die Daten der Messstationen auch in vereinfachter Listenform abrufbar. Zudem können hier auch Daten einiger umliegenden Stationen von benachbarten Stationsnetzen abgerufen werden.

Ab sofort können die Stationsdaten zusätzlich in neuer Form betrachtet werden

Lawinenunfall am Kerschkern, Hühnerkar

Erstellt am 24. Jänner 2015

Am frühen Nachmittag des 18.01.2015 ereignete sich am Kerschkern ein glimpflich ausgegangener Lawinenunfall. Zwei Tourengeher stiegen über das Hühnerkar Richtung Gipfel auf. Während eine Tourengeherin an einer sicheren Stelle hinter einem Felsen wartete, stieg ihr männlicher Begleiter weiter auf und löste dabei zwei Schneebretter aus. Das erste, kleinere Brett löste sich im Randbereich der Rinne direkt unter den Stahlkanten der Ski. Das zweite Schneebrett wurde beim weiteren Aufstieg etwa 30m höher ausgelöst. Der Anriss befand sich in diesem Fall einige Meter oberhalb des Tourengehers, wodurch er ca. 150m weit mitgerissen wurde. Er blieb bei dem Vorfall unverletzt an der Oberfläche der Lawine im Auslauf liegen.

Die Lawine löste sich in der nordostexponierten, rund 35 bis 40 Grad steilen Rinne. Die Breite der 30cm hohen Anrisskante betrug in etwa 15m, die Lawinenlänge belief sich auf knapp 200m.

 

Blick auf die beiden Schneebrettlawinen oberhalb des Hühnerkars.

 

Die Anrisskante des zweiten Brettes, das den Tourengeher mitgerissen hat.

 

Blick entlang der Lawinenbahn.

Lawinenerkundung in der Obersteiermark

Erstellt am 20. Jänner 2015

Am 20.1.2015 flogen zwei Mitarbeiter des LWD Steiermark mit der Flug- und Alpinpolizei zu einem Lawinenerkundungsflug in die Obersteiermark. Es wurde die Schneesituation auf der Meßnerin genauer begutachtet, um einen Befund über die Lawinensituation in den südseitigen Rinnen für die Gemeinde Tragöß-Sankt Katharein verfassen zu können. Weiter wurde über den Hochschwab und die Eisenerzer Ramsau geflogen um sich ein besseres Bild über die derzeitige Lawinensituation in dieser Region machen zu können.

Südseitige Rinnen auf der Meßnerin wurden besonders begutachtet. (Quelle: LWD)

Derzeit liegt verbreitet nur wenig Schnee. Es wurden frische Windgangerln im Kammnahen Bereich bei geringer Schneeauflage gesichtet, welche aber durch den geringen Wind nur schwach ausgeprägt waren. Ein Zeichen für wenig Wind war der nur wenige Anraum auf den Gipfelkreuzen. Es waren flächiger Oberflächenreif und vereinzelte Triebschneelinsen zu erkennen. An wenigen Stellen konnte man auch noch die gewellte Schneeoberfläche sehen, die durch den vergangenen Regen verursacht wurde.

Windgangerln und Anraum auf der Station Hochschwab (Quelle: LWD)

Im Rahmen dieses Fluges wurden auch die Wetterstationen Hochschwab und Eisenerzer Ramsau/Speikkogel enteist und auf ihre Betriebsfähigkeit überprüft.

Herzlichen Dank für die Kooperation mit der Flug- und Alpinpolizei! (Quelle: LWD)

Fortbildung des Österreichischen Naturfreunde Ausbildungsteams beim Steirischen Lawinenwarndienst

Erstellt am 18. Jänner 2015

Am Freitag den 16.01.2014 begann um 16.00 Uhr die Fortbildung für das Ausbildungsteam der Naturfreunde Österreich. Die Weiterbildung wurde in zwei Teile aufgeteilt: in einem theoretischen Teil am Freitag und einem praktischen Teil im Gelände am Samstag.

Der Freitag begann mit einer Führung bei der ZAMG Graz. Im Büro wurde gezeigt, wie eine Wetterprognose zustande kommt.

Weitere Themen waren:

  • Die Arbeitsweise des Steirischen Lawinenwarndienstes
  • Die Verwendung der neuen Symbole und die typischen Situationen im Lawinenlagebericht
  • Nutzung der neuen Homepage
  • Während eines gemeinsamen Abendessens wurden die offenen Fragen diskutiert.
Vortrag: Wiekommt es zu einer Wetterprognose. Quelle: Marcellus Schreilechner

Der gemeinsame Geländetag führte uns auf die Winterleitenhütte. Während des Aufstieges wurde die heutige Lawinensituation besprochen und ein möglicher Standort für die Schneedeckenuntersuchungen diskutiert. Nach dem Lawinenunfall eines Lawinenkommissionsmitgliedes in Tirol, welcher bei der Schneeprofilerstellung verschüttet wurde, war der Sicherheitsaspekt ein großer Schwerpunkt bei der Diskussion. 

Die Standortauswahl ist von einem Schneeprofil ist unserer Sicht nach abhängig von der Aufgabenstellung (Aussagekraft) und von der Erfahrung. Geländekenntnis ist dabei Voraussetzung um auch bei widrigen Wetterbedingungen einen sicheren Zu- und Abstieg gewährleisten zu können. Aufgrund der derzeitigen Situation haben wir uns entschlossen einen Nordwestexponierten Hang in ca. 1900m zu beproben.

Grabarbeiten für die Schneedeckenuntersuchungen                Quelle: Marcellus Schreilechner

 

ECTS - Testanordnung. Quelle: LWD

Ergebnisse:

  • Schneeprofil siehe LAWIS
  • Auslösung des K.O.Stufe 1 – an den bodennahen kantigen Formen
  • Mittels kleinen Blocktest wurde eine Graupelschicht gefunden
  • ECTS Test: Stufe 12 – Auslösung auf der Graupelschicht, Teilbruch
  • Messung der Schneedeckentemperatur: lag bei ca. -1,5 Grad

Die Schneeschichten in der Altschneedecke haben sich aufgrund der Erwärmung gut miteinander verbinden können. Bei den diversen Tests konnte keine Bruchausbreitung in den möglichen Schwachschichten festgestellt werden.

 

Gruppenfoto der Teilnehmer und LWD. Quelle: Marcellus Schreilechner

Der LWD bedankt sich für einen lehrreichen gemeinsamen Geländetag und freut sich auf weitere Kooperationen.


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