Lawinenwarndienst Steiermark

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Eingeschränkter Betrieb Aufgrund technischer Probleme

Erstellt am 17. Februar 2019

Aufgrund technischer Probleme sind einige Serviceleistungen unsere Seite zurzeit nicht oder nur unvollständig verfügbar. So ist bspw. nur eine Auswahl der 3-Tages-Stationsdaten aktuell. Wir bitten um Verständnis, wir versuchen die Probleme so rasch wie möglich in den Griff zu bekommen!

 
 
 

Der Winter gibt wieder ein kräftiges Lebenszeichen!

Erstellt am 10. Februar 2019

Das Wetter stellt sich wieder auf Hochwinter um! Heute Abend erreicht eine Kaltfront die Ostalpen. In der Nacht auf Montag setzt entlang der Tauern und Nordalpen Schneefall ein, die Schneefallgrenze sinkt dabei rasch bis in Täler. Am Montag schneit es den ganzen Tag, am meisten in den Nordalpen. Der Nordwestwind wird dabei zunehmend stürmisch. Die Temperaturen sinken um etwa 10 Grad. Auch am Dienstag schneit es in den Nordstaugebieten anhaltend und der stürmische Wind legt noch an Stärke zu. In 2.000m hat es dann -14 Grad. Die Schneefälle halten zumindest bis Mittwochmittag an. Die Wettermodelle geben für die kommende Niederschlagsperiode Neuschneesummen bis 90cm an!

Niederschlagssummen bis Dienstag, 12.02., 12:00 Uhr
Windspitzen am Dienstag, 12.02., 12:00 Uhr
Niederschlaggssummen bis Mittwoch, 13.02., 12:00 Uhr

Damit steigt auch wieder die Lawinengefahr deutlich an: einerseits durch Schneebrettlawinen, deren Wahrscheinlichkeit mit den umfangreichen Triebschneeeinfrachtungen zunimmt. Andererseits durch Gleitschneelawinen, da das Gewicht des Neuschnees das Gleiten beschleunigen könnte!

 

 

 

 

Vielseitige Lawinensituation in der Steiermark

Erstellt am 4. Februar 2019

Der Wetterverlauf der vorangegangenen Tage hat auch maßgeblich die Lawinensituation beeinflusst. Die sehr milde Witterung, zwischenzeitlich zum Teil bis in höhere Bereiche gefallener Regen und Schneeverfrachtungen durch zeitweise stürmischen Wind in den Hochlagen waren die prägenden Elemente, die diese ereignisreiche Situation entstehen ließen. Alles in allem waren es letztlich vier (mehr oder weniger parallel laufende) Lawinenprobleme, die eine ganze Reihe von Selbstauslösungen verursachten und auch bei Unfällen eine Rolle spielten:

  • Nassschnee-,
  • Gleitschnee-,
  • Triebschnee- und
  • Altschneeproblematik

Mit Schwerpunkt in den tieferen Lagen waren die milden Temperaturen in Kombination mit dem Regeneintrag dafür verantwortlich, dass die Schneedeck an- bzw. durchfeuchtet wurde. Nassschneerutschungen während der Niederschlagsphase wie auch Gleitschneeentladungen waren die Folge. Während das Nassschneeproblem mit dem Abklingen der Regenfälle und aufgrund des darauffolgenden Temperaturrückgangs (derzeit) keine Rolle mehr spielt, bleibt die Gleitschneeaktivität auch in kälteren Phasen bestehen. Ein bodennaher Schmierfilm zeigt sich aufgrund der guten Isolationseigenschaften der in den Nordstaugebieten sehr mächtigen Schneedecke von kurzfristigen Temperaturrückgängen unbeeindruckt. Es bleibt somit zu befürchten, dass uns diese Thematik – in mehr oder weniger stark ausgeprägten „Schüben“ – über den gesamten restlichen Winter begleiten wird.

Gleitschneeabgang im Situationsvergleich in Gstatterboden. (Quelle: Robert Tadler)
Spontaner Abgang vom Tamischbachturm, der über die Lawinengallerie hinausragte. (Quelle: Sebastian Kren)
Gleitschneeentladungen, unter anderem am Großen Maiereck (rechts). (Quelle: BM.I, Flugpolizei)
Gleitschneelawine aus dem Waldbereich, Eisenerzer Ramsau. (Quelle: Toni Albinger, Gerhard Rieglthalner)

Abseits dieser die spontanen Lawinenabgänge betreffenden Punkte fiel in den Hochlagen bei zum Teil stürmischen Bedingungen Neuschnee, wodurch auch wieder frischer Triebschnee entstanden ist, der im Tourenbereich so oft das Hauptproblem darstellt. Diese Verfrachtungen sind besonders auch in jenen Regionen recht störanfällig, in denen älterer Oberflächenreif oder kantige Zwischenschichten überdeckt wurden. Und das ist jener Punkt, in denen auch tieferliegende Schwachschichten ins Spiel kommen. Dies trifft hauptsächlich (aber nicht nur) die südlichen schneeärmeren Gebirgsgruppen, in denen die Altschneeproblematik den Schneedeckenaufbau schwächt. Die Störanfälligkeit der Schneedeckenbasis spiegelt sich auch beim Lawinenunfall am Kreischberg wider, wo bei der Abfahrt einer sechsköpfigen Gruppe ein Bruch im aufbauend umgewandelten Altschneefundament erfolgte. Die resultierende Schneebrettauslösung verlief zum Glück relativ glimpflich. Der Grund für die Bildung dieser instabilen Schneedeckenbasis waren die vergleichsweise geringmächtigen Schneehöhen. Dieser Umstand förderte den Prozess der aufbauenden Umwandlung (hoher Temperaturgradient in „dünner“ Schneedecke) und somit die Ausprägung von kantigen Kristallen (stellenweise Becherkristalle, Tiefenreif), die aufgrund ihrer Größe und Form sehr schlecht binden und somit störanfällig sind.

Lawinenunfall am Kreischberg. (Quelle: Alpinpolizei)
Der Bruch der Schneebrettlawine am Kreischberg erfolgte im kantig aufgebauten Altschneefundament. (Quelle: Alpinpolizei)
Auch bei einem "Blocktest" am Zirbitzkogel (linkes Bild) erfolgte ein Bruch in der Altschneebasis, beim darauffolgenden Abrutschen des Blocks brachen weitere Schichten glatt (rechts) und zerlegten somit den Block "fächerförmig". (Quelle: LWD)
Grund des "Altschneeübels": Kantig aufgebautes Fundament. (Quelle: LWD)

Tödlicher Lawinenunfall am Großen Schober

Erstellt am 3. Februar 2019

Am 27.01. ereignete sich am Großen Schober gegen Mittag ein tödlicher Lawinenunfall. Ein Skitourengeher war alleine im Aufstieg Richtung Gipfel unterwegs, als sich ein Schneebrett löste und ihn zur Gänze verschüttete, lediglich ein Handschuh ragte aus den Schneemassen. Der Unfall blieb zunächst unbemerkt, erst als er am Abend nicht nachhause kam, schlug seine Frau Alarm. Der verschüttete Tourengeher konnte von den Einsatzkräften (Bergrettung, Alpinpolizei, Freiwillige Feuerwehr) via LVS geortet, jedoch nur noch tot geborgen werden. Der Unfall ereignete sich in einem bis zu 35 Grad steilen Südosthang etwas unterhalb des Gipels in etwa 1800m Seehöhe.

Die Schollen des ca. 80 mal 80 m großen Schneebretts. (Quelle: Andi Gumpold)
Blick von oben auf die Lawine im letzten Teil des Gipfelaufbaus des Großen Schobers (links) . Rechts dargestellt: Archivbild mit vergleichbarem Ausschnitt Richtung Kleinen Schober. (Quellen: Andi Gumpold, LWD)

Lawinenkommissionskurs in Wildalpen, 30.01. bis 01.02.2019

Erstellt am 2. Februar 2019

Der für Mitte Jänner (14.01. bis 16.01.2019) geplante Lawinenkommissionskurs musste aufgrund der zum damaligen Zeitpunkt stark angespannten Schnee- und Lawinensituation, in der die Kommissionen im Dauereinsatz standen, verschoben werden. Ende Jänner (30.01. bis 01.02.2019) konnte der dreitägige Kurs schließlich wie ursprünglich geplant in Wildalpen durchgeführt werden. Bei der Weiterbildung nahmen zusätzlich zu den Kommissionsmitgliedern aus der Steiermark und jenen aus Niederösterreich auch Straßenbedienstete teil.

Wie bereits der erste Kurs auf der Turrach war auch jener in Wildalpen nicht nur sehr gut besucht sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch grenzüberschreitend. (Quelle: LWD)

Neben allgemeinen Vorträgen rund um den Themenkreis „Schnee- und Lawinenkunde“ stand vor allem das Starkschneefallereignis des Jänners mit all seinen Auswirkungen im Mittelpunkt des Kurses. Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen konnten am „runden Tisch“ die gemeinsame Bewältigung der herausfordernden Wetterlage in all ihren Facetten diskutieren. Auch in einzelnen Pausen zwischen den Themenblöcken tauschten sich die Kommissionsmitglieder untereinander aus und schilderten ihre Erlebnisse während dieser kritischen Phase.

Ein Vortrag von Richterin Dalia Tanczos über die rechtlichen Rahmenbedingungen (links) und eine von Renate Renner geleitete Diskussionsrunde zum „Jännerereignis“ (rechts). (Quelle: LWD)

Der Geländetag (31.01.) konnte bei perfekten Bedingungen am Hockkar durchgeführt werden. Hier ging es um die Schneeprofilaufnahme wie auch um die Durchführung von unterschiedlichsten Stabilitätstests, um eine Situationsbewertung im Hinblick auf eine mögliche Sperrung der Straße (Übungsannahme) vorzunehmen. Dieses „Übungsbeispiel“ war recht nahe an der Realität, wenn man sich das Szenario rund um die Mitte Jänner zum „Katastrophengebiet“ erklärte Region vor Augen hält.

Das tiefverschneite Hochkar bot am Geländetag eine perfekte Bühne für die Schneedeckenerkundungen. (Quelle: LWD)
Die erhobenen Profile wurden im Anschluß im LAWIS eingegeben und das darauf aufbauende Übungsbeispiel in Kleingruppen ausgearbeitet. (Quelle: LWD)

Die Durchführung der Geländeerkundung auf niederösterreichischem Boden unterstreicht die symbiotische Zusammenarbeit der steirischen und niederösterreichischen Lawinenwarndienste, Kommissionsmitglieder und Straßenbetreiber.

Seitens des Kursteams möchten wir uns bei der Lawinenkommission Wildalpen (allen voran bei ihrem Obmann Hermann Kain) für die perfekten Rahmenbedingungen dieses Kurses bedanken. Ein weiteres „Dankeschön“ gebührt den Bergbahnen am Hochkar, deren Liftanlagen uns für den gemeinsamen Geländetag zur freien Nutzung zur Verfügung standen! 


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