Lawinenwarndienst Steiermark

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Bisheriger Winter- und Schneedeckenverlauf und Ausblick

Erstellt am 29. Dezember 2019

Nach ersten Schneefällen im November, die vor allem in den Tauern und Gurktaler Alpen recht ergiebig ausfielen und weiterem, eher geringem Neuschneezuwachs zwischen 9. und 13.12. begann Mitte Dezember eine sehr milde Wetterphase, die bis zum 21.12. anhielt. Mit dem dabei anhaltend starken Südföhn aperten viele Hangebereiche aus, mit einer relativ milden West- bis Nordwestströmung setzte am 23.12. pünktlich das sog. Weihnachtstauwetter ein. Schnee fiel dabei vorerst nur oberhalb von ca. 1.100m. Es folgten weitere Schneefallperioden am 25.12. sowie zwischen 27. und 28.12., mit der Winddrehung auf Nordwest setzte teils stürmischer Nord- bis Nordostwind ein, Schnee vermischte sich mit Graupel und es kühlte stark ab.

Die stark wechselnden Witterungsbedingungen spiegeln sich auch in der Schneedecke in einer Abfolge von härteren, vom Wind beeinflussten Schichten mit weicheren Einlagerungen wieder. Während sich die Wetterbesserung in den westlichen Gebirgsruppen bereits am 28.12. durchsetzte, schneite es von den Eisenerzer Alpen bis zu Hochschwab und Rax noch bis zum Morgen des 29.12. weiter, begleitet von stürmischem Nordostwind. In diesen Gebieten gab es daher noch stärkere Windverfrachtungen, der Triebschnee liegt auf weichem Schnee oder einer dünnen Reifschicht, die sich am 26.12. (erste Nachthälfte) gebildet hat.

Lawinenstation Loser. Quelle: LAWIS/LWD Steiermark
 

Am Sonntag, den 29.12. ereigneten sich einige Lawinenunfälle, die allesamt glinpflich ausgingen, so etwa in den Eisenerzer Alpen oder im Hochschwabgebiet.

Von einem Schifahrer ausgelöstes Schneebrett am Kragelschinken (Eisenerzer Alpen). Foto: M. Edlinger

 

Wie geht es weiter?

Schnee ist vorerst keiner mehr zu erwarten, die nächsten Tage werden über Neujahr hinaus recht sonnig und mild, zwischendurch weht am Alpenostrand allerdings weiterhin kräftiger Nordwestwind. Trotzdem wird sich die Setzung der Schneedecke schattseitig verzögern, gerade auch in den östlichen Gebirgsgruppen, hier sollten extrem steile Hänge vorerst noch gemieden werden!

Sonnseitig wird die Locker- und Gleitschneelawinenaktivität zunehmen, das zeigte sich heute bereits in den nördlichen Wölzer Tauern und Ennstaler Alpen.

Locker und Gleitschneerutsche in den Donnersbacher Tauern. Foto: LWD
 
Lockerschneelawine vom Grabnerstein. Foto: Krenn

 

Alte Schwachschichten finden sich nur in schattseitigen Hochlagen in Form einer Schwimmschneeschicht am Boden, die je nach Höhenlage auch zusammengefroren sein kann. Eine Auslösung der zumeist schon mächtigeren Schneeschicht darüber ist vorwiegend nur über eine große Zusatzbelastung möglich.

Gute Sprengerfolge in einem Schigebiet in den Niederen Tauern. Foto: LK