Lawinenwarndienst Steiermark

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Gefahr durch frischen Triebschnee in den Nordalpen!

Erstellt am 12. Dezember 2016

Während im Süden der Steiermark sonniges Wetter vorherrscht, bringt eine Kaltfront heute (12.12.) Neuschnee in die Nordalpen. Zwischen dem Ausseerland und dem Hochschwabgebirge sind bis heute Mittag bereits 20 bis 40 cm Neuschnee gefallen. Weitere bis zu 20 cm werden bis zum Ende des Schneefallereignisses erwartet.

Dichter Schneefall am Hochkar nördlich des Hochschwabs. Quelle: LWD Stmk.

An der Station Loser im Ausseerland wurden bis heute, 14 Uhr bereits knapp 40 cm Neuschnee registriert. Weitere bis zu 20 cm werden noch erwartet. Quelle: LWD Stmk.

Der Neuschnee fällt sonnseitig unter 2000 m Höhe auf aperen Boden. Nur kleinere eingewehte Bereiche weisen bereits eine Altschneedecke als Unterlage auf. Skitouren sind daher nach wie vor nur sehr eingeschränkt möglich. Nordseitig ist teilweise auch unter 2000 m bereits eine Unterlage vorhanden, welche aber auch als Schwachschicht für Schneebrettlawinen in Frage kommt.

Zu Beginn des Neuschneeereignisses wehte stürmischer Nord- bis Nordwestwind. Nach einer Windpause bis heute Mittag, während der sich eine lockere Neuschneeschicht ablagern konnte, legt der Wind nun wieder an Stärke zu und sorgt voraussichtlich bis morgen, Dienstag, in windabgewandten Bereichen für beträchtliche Triebschneeansammlungen. Diese Kombination ist kritisch, da die lockere Neuschneeschicht als Schwachschicht unter der gebundenen Triebschneedecke zu leicht auslösbaren Schneebrettlawinen führen kann. Nordseitig ist in höheren Lagen überdies eine schwach aufgebaute Altschneedecke vorhanden, die ebenfalls als Schwachschicht für Schneebrettlawinen in Frage kommt.     

Kurzzeitig steigt daher die Gefahr von Schneebrettlawinen in eingewehten Bereichen beträchtlich an. Insbesondere sind die hohen Lagen in den westlichen Nordalpen betroffen, aber auch in den restlichen Regionen des Nordstaugebietes (gesamte Nordalpen und nördliche Niedere Tauern) ist Vorsicht geboten. Schneebrettlawinen können bereit durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Bereiche mit frischem Triebschnee sollten daher dringend gemieden werden.

 

Weiterer Ausblick:

Bei langsam steigenden Temperaturen wird am Mittwoch und Donnerstag noch eine kleine Störung durchziehen, die aber nur wenig Niederschlag bringt. Danach zeichnet sich niederschlagsfreies Hochdruckwetter mit teilweise ungewöhnlich hohen Temperaturen ab.