Lawinenwarndienst Steiermark

Logo: Join us on Facebook Logo: Lawinenwarndienst Steiermark Logo: Das Land Steiermark

In den kommenden Tagen Neuschnee, Sturm, Kälte und schlechte Sicht – Anstieg der Lawinengefahr auf Stufe 4!

Erstellt am 2. Jänner 2019

Die kommenden Tage stehen im Hinblick auf die Lawinensituation im Zeichen einer äußerst ungünstigen Wettersituation: Neuschnee, Sturm und Kälte werden die Lawinengefahr auf den obersteirischen Bergen auf Stufe 4 (groß) ansteigen lassen! Betroffen sind das Nordstaugebiet, also die Gebirgsgruppen von Dachstein, Totem Gebirge, Ennstaler und Eisenerzer Alpen und Hochschwab sowie die nördlichen Niederen Tauern. Südlich des Tauernhauptkammes wird es zwar deutlich weniger schneien, aber auch hier ist mit starker Schneeverfrachtung und störanfälligem Triebschnee zu rechnen.

Bis zum Neujahrstag fielen in den genannten Gebieten bereits bis zu 1 Meter Neuschnee, relativ milde Temperaturen und vorübergehender Regen bis knapp 2.000m hinauf hatten aber zu einer recht guten Setzung der Schneedecke geführt (siehe Schneeprofil). Trotz des stürmischen Windes hielt sich daher auch die Treibschneebildung mangels verfrachtungsfähigem Schnee in Grenzen. Im Vordergrund standen eher Gleitschnee- sowie Lockerschneelawinen im Vordergrund.

01.01.2019: Gleitschneeabgang in den Donnersbacher Tauern. Foto: LWD

01.01.2019: Relativ gut gesetzte Schneedecke an einem NW- Hang an der Tauernnordseite. Ein im Schneeprofil nicht sichtbare Graupeleinlage bricht erst bei großer Zusatzbelastung…Foto: LWD
01.01.2019: Schneeverfrachtungen an der Tauern-Südseite (Hochreichart). Foto: Martin Edlinger
01.01.2019: Schneebrettabgang an der Tauernsüdseite (Bärental – Ausläufer vom Hirschfeld/Pletzen). Foto: Martin Edlinger

Jetzt hat sich die Lawinensituation grundlegend geändert. Der Neuschnee ist kalt und leicht, und wird mit dem stürmischen Wind gut verfrachtet, auch zunehmend weiter hinunter in die tieferliegenden Waldgebiete.

Niederschlagsradar mit klassischer winterlicher Nordstaulage 02.01.2019: mit der stürmischen Höhenströmung gelangen die Schneeschauer über den Alpenhauptkamm auch weiter nach Süden. Quelle: ZAMG

Nach einem kurzen Nachlassen der Schneefälle am Donnerstag, 03.01. verstärkt sich die Niederschlagsintensität bis zum Wochenende neuerlich: Die Neuschneesummen können in den Nordstauregionen des Ausseerlandes sowie im Hochschwabgebiet bis 1 Meter erreichen. Im Fall von Schneebrettlawinen werden durch die effektiven Verfrachtungen entsprechend große Anrisshöhen erwartet!

Snowgrid Neuschneeprognosen bis Samstag 05.01. Quelle: ZAMG