Lawinenwarndienst Steiermark

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Lawinenreicher Dreikönigstag

Erstellt am 7. Jänner 2015

Nach mehreren Tagen mit Sturm und  Schneefall luden die Wetterverhältnisse am Dreikönigstag zahlreich Wintersportler zu Aktivitäten in die Berge ein. Die Lawinensituation war in vielen Regionen heikel, störanfälliger Triebschnee forderte im freien Gelände defensives Verhalten.

Nicht jeder hatte mit dem Neuschnee seine Freude..........(Tauplitzalm)

Wie erwartet gab es einige Lawinenereignisse. Zahlreiche Meldungen erreichten uns von spontanen Lawinenabgängen aus sonnenexponierten Hangzonen (markant bspw.am Dachstein (Hunerkogel), Grimming oder einige Rinnen in den Niederen Tauern).

Ein Lawineneinsatz mit ca. 85 Helfern musste zu Mittag auf der Tauplitz in Gang gesetzt werden. Zwei Wintersportler fuhren abseits der Piste in den bereits stark zerfahrenen Südhang im Bereich Kriemandl ein. Einer von ihnen löste dabei im steilen Gelände  - wahrscheinlich im Übergangsbereich von wenig zu viel Schnee – eine mittlere Schneebrettlawine aus. Da nicht sichergestellt werden konnte, ob eine der beiden Personen mitgerissen wurde, begannen die Helfer – bestehend aus Bergrettung und Alpinpolizei – den Lawinenkegel mit LVS, Recco und Lawinenhunden abzusuchen. Nachdem die „Ortung“ ergebnislos blieb, wurde der gesamte, teils einige Meter mächtige Ablagerungsbereich sondiert – ebenfalls ohne Ergebnis.

Anrissgebiet der Schneebrettlawine (ca. 45°). In verspurten Hängen ist die Verlockung bei meist gesunkenem Risikobewustsein oft groß, in noch unberührte Hangbereich einzufahren. Nicht selten befinden sich genau dort die Gefahrenbereiche.     
Lawinenbahn mit Ablagerungsbereich und den zahlreichen Helfern

Da die Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes zufällig in der Nähe des Unfalls gerade mit einer Schneedeckenuntersuchung beschäftigt waren, konnten sie zusammen mit der Bergrettung ein Schneeprofil am Anriss der Lawine aufnehmen. So wie erwartet erfolgte der Bruch im Übergang zwischen dem Triebschneepaket, welches sich in den letzten drei Tagen gebildet hatte und einer Harschschicht. Mehr Infos gibt’s im LAWIS unter Schneeprofile und Lawinenereignisse

Gut zu erkennen: die verharschte Altschneedecke, auf der die abgelagerte Triebschneeauflage abglitt.
Auch beim Stabilitätstest brach der Block im Übergang zwischen Triebschee - Harschschicht
Anriss mit Blick Richtung Bergstation Mitterstein