Lawinenwarndienst Steiermark

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Reparaturarbeiten und Schneedeckenuntersuchung vor der nächsten winterlichen Phase

Erstellt am 1. Februar 2018

Die schöne Wetterphase wurde genutzt, um am 31.01. gemeinsam mit dem BMI notwendige Reparaturen an den Lawinenstationen durchzuführen und einen Blick in die Schneedecke zu werfen. Wie schon im Beitrag vom 30.01. ausführlich beschrieben, konnten auf unserem ganzen Flug im Bereich der Niederen Tauern und der Nordalpen zahlreiche spontan abgegangene Gleitschneelawinen beobachtet werden.

Auf dem Weg zu den Stationen wurden zahlreiche Gleitschneelawinen registriert. Quelle: BMI, LWD
Sensorentausch und Enteisung an den Stationen Planneralm – Gstemmerspitze und Ebenstein. Quelle: LWD
Schneemäuler und zahlreiche spontane Gleitschneelawinen prägen das Bild von oben in die Niederen Tauern. Quelle: BMI, LWD

Der Fokus der Schneedeckenuntersuchung lag im Aufbau der Schneedecke im schattseitigen Gelände der Hochlagen. Speziell von Interesse war dabei die aufbauende Umwandlung im Bereich der bestehenden Krusten. Im Rahmen unserer Schneeprofilaufnahme und des durchgeführten Stabilitätstest (ECT) fanden wir drei potentielle Schwachschichten: A) eine ausgeprägte Schicht mit kantig aufgebauten Kristallen zwischen zwei Krusten im Altschnee (sie wurde beim 15. Schlag gestört, Bruchfortpflanzung durch ganzen Block) B) eine überdeckte, weiche Schicht mit Oberflächenreif, die jedoch nicht angesprochen werden konnte, da sie an unserem Profilstandort nur schwach ausgeprägt existierte C) eine lockere Schicht unter der windgepressten Schicht an der Oberfläche, die bereits beim Graben abrutschte.

Drei potentielle Schwachschichten in der schattseitigen Schneedecke in einer Höhe um 2000m, Am störanfälligsten gestaltete sich die obeflächennahe, weiche Schicht, die im Hinblick auf die prognostizierten Schneefälle im Auge behalten werden muss. Quelle: LWD

Wetterentwicklung am Wochenende:

Mit einer Kaltfront und einem Italientief stellt sich das Wetter um. Bereits in der Nacht auf Freitag (02.02.)  wird es zunehmend winterlich. Die Temperaturen sinken allmählich allerorts in die Tallagen. Auf den Bergen können bis Sonntag bis zu 50cm Neuschnee fallen, wobei der Niederschlags-Hotspot diesmal in den südlichen Gebirgsgruppen (vom Preber über die Gurk- und Seetaler Alpen bis zur Koralpe) liegen wird.

Niederschlagssumme (mm) bis Sonntag, 04.02. 00:00 Uhr. Quelle: ZAMG
Mehrere Tiefdruckkomplexe führen in den nächsten Tagen Luftmassen aus Norden in die Alpen, womit es nachhaltig abkühlt. Quelle: ZAMG