Lawinenwarndienst Steiermark

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Rückblick auf das Wetter und die Lawinenereignisse der letzten Tage

Erstellt am 26. Jänner 2016

Das Wetter der vergangenen Tage und die daraus resultierenden Schneedeckenverhältnisse waren äußerst abwechslungsreich. Die wechselnden Bedingungen führten schlussendlich am Wochenende zu einem ausgeprägten Triebschneeproblem, das am Montag durch Regen und Warmluftzufuhr rasch in eine Nassschneeproblematik überging.

Wetterentwicklung von 19.01. bis 25.01. anhand der Stationsdaten Tauplitz/Lawinenstein und Ahornkogel. Das Tote Gebirge, in dem sich die Stationen befinden, gilt aufgrund der bis dato vorherrschenden NW-Lagen als eine der schneereichsten Regionen in der Steiermark.

Am Verlauf der Stationsdaten kann die Wetterentwicklung gut nachvollzogen werden. Bereits ab dem 12.01. sorgte die Zufuhr polarer Luftmassen für anhaltend stürmische und kalte Verhältnissen auf den Bergen. Der zusätzlich immer wieder fallende Neuschnee war somit kalt und wurde speziell ober der Walgrenze teils massiv verfrachtet. In zeitweise windstilleren und teils auch klaren Phasen konnten sich zwei markante Schichten bilden, die in weiterer Folge als (konservierte) Schwachschichten für die Schneebrettabgänge am vergangenen Wochenende (Sonntag) dienten. Zum einen entstand Oberflächenreif, zum anderen eine weiche, lockere Neuschneeschicht. Beide Einlagerungen wurden expositionsabhängig unterschiedlich stark überdeckt. Besonders der Ostsektor stellte sich als äußerst störanfällig heraus, wo die zuvor erwähnten Schichten (Leeseite) resistent blieben.

Teils mächtige Anrisshöhen bei Schneebrettauslösungen in Osthängen am 24.01. auf der Schneealpe (Mürzsteger Alpen) sowie dem Wildfeld (Eisenerzer Alpen). Quelle: LWD bekannt, M. Preiss (Tourenforum)
Bewußt ausgelöstes Schneebrett im Rahmen eines Lawinenseminares am Blaseneck (Eisenerzer Alpen) neben einer unbewußten Auslösung in einer ostexponierten Rinne am Kreuzkogel (Wölzer Tauern). Quelle P. Sodamin, Franz (beide Tourenforum)

Am Montag läuteten die allmähliche Änderung der Großwetterlage mit Zufuhr milder atlantischer Luft und eine Warmfront mit Regen ein Ende der frostigen Phase ein. Mit dem kontinuierlichen Temperaturanstieg wurde die Schneedecke in Höhen bis 2000m angefeuchtet, in tieferen und mittleren Lagen lösten sich kleine Nassschneerutsche.

Der Regen führte speziell in Bereichn mit steilen Böschungen und einer eher geringmächtigen Schneedecke zu kleineren Nassschneerutschen wie hier im Bereich Wildalpen von unserem Wetter- und Lawinenmelder Hermann Kain dokumentiert wurde. Quelle: H. Kain
Regen und positive Temperaturen (wie hier auf der Tauplitz im Bereich des Lawinensteingipfels) führten am Montag zu einer recht raschen Entspannung der Schneedecke, die sich am Sonntag noch weitaus spröder und störanfälliger gestaltete. Quelle: LWD