Lawinenwarndienst Steiermark

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Unfall am Krahbergzinken

Erstellt am 1. Jänner 2017

Am Krahbergzinken, südöstlich der Planai, kam am Silvestertag kurz vor Mittag eine Person bei einem Lawinenunfall ums Leben. Der Unfall ereignete sich in einer extrem steilen Rinne, die vom Gipfel des Krahbergzinken nördlich Richtung Mitterhausalm führt. Der Verunfallte fuhr direkt vom Gipfel in die Rinne ein und löste wahrscheinlich bereits beim zweiten Schwung an einer schneearmen Stelle ein etwa 20 m breites Schneebrett aus, das ihn in Folge 200 Meter mit in die Tiefe riss.

 

Einfahrtsspur und Anriss im oberen Teil der Nordrinne des Krahbergzinken  (Quelle: LWD Steiermark).

 

Blick von oben in die etwa 45° steile Rinne (Quelle: LWD Steiermark).

 

Im Zuge der Unfallerhebung durch die Alpinpolizei und den Lawinenwarndienst wurde die Schneedecke vor Ort untersucht. Der Schneedeckenaufbau war äußerst instabil: Unter einer Regenkruste in der Schneedecke fand sich eine Abfolge von sehr weichen kantigen Kristallen und weiteren Krusten. Das detaillierte Schneeprofil ist im LAWIS-System des LWD Steiermark zu finden (https://lawis.at/profiles/snowprofile_5087.png).

 

Anriss der Schneebrettlawine: Unter der bereits in aufbauender Umwandlung befindlichen alten Triebschneeschicht und einer Kruste befinden sich einige sehr störanfällige Schwachschichten aus kantigen Kristallen und Schwimmschnee (Quelle: LWD Steiermark).

 

Es handelt sich also um ein typisches Altschneeproblem, wie es derzeit in extrem steilen, schattigen und mit altem Triebschnee beladenen Rinnen der Hochlagen vorkommt. Derartige Gefahrenstellen sind wegen der dürftigen Schneelage eher selten und auf die schattigen Hochlagen beschränkt, können aber, wie auch dieser Unfall zeigt, schon bei geringer Zusatzbelastung zu Schneebrettlawinen führen.

Skitourengeher sollten derzeit in den Hochlagen schattige (nordseitige), mit altem Triebschnee gefüllte Geländeformen meiden. Das Altschneeproblem ist oberflächlich nicht direkt zu erkennen. Ein kurzer Blick in die Schneedecke zeigt dem ein wenig geübten Auge die Gefahr aber sehr deutlich an.