Lawinenwarndienst Steiermark

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Weiterhin Hochdruckeinfluss verursacht vermehrte Gleitschneeaktivität!

Erstellt am 22. Jänner 2017

Das Bilderbuchwetter geht auf den Steirischen Bergen auch in der kommenden Woche weiter! Laut Wettermodellen zieht am Dienstag eine kurze Störung mit leichter Bewölkung durch, ehe sich wieder stabiler Hochdruckeinfluss über Österreich bis zum nächsten Wochenende einstellt. Dieser bewirkt weiterhin sonniges Wetter mit hervorragender Fernsicht auf den Bergen. Der Wind dreht montags von Süd auf Nordwest, weht aber weiterhin nur schwach bis mäßig. Die Temperaturen ändern sich kaum und werden am Mittwoch zu Mittag in 2000m um -5 Grad liegen.

Die Prognose für Freitag zeigt ein stabiles Omega-Hoch über Mitteleuropa. Quelle: ZAMG

Durch die Sonneneinstrahlung und die Setzung der Schneedecke kam es seit Samstag in allen Expositionen vermehrt zu spontanen Gleitschneelawinen. Viele offene Gleitschneemäuler und -abgänge wurden gesichtet. Das anhaltend sonnige Wetter verursacht auch weiterhin spontane Gleit- und Lockerschneelawinen, die nicht vorhersagbar sind und auch Aufstiegsbereiche betreffen können. Lange Aufenthalte unter geöffneten Gleitschneemäulern sollten somit vermieden werden!

Geöffnete Gleitschneemäuler und abgegangene Gleitschneelawinen auch im Waldbereich, hier im Raum Hochschwab. Quelle: LWD

In den Leebereichen, oft in bewaldetem Gebiet, finden sich auf der Schneeoberfläche teils sehr große Oberflächenreifkristalle, die sich durch die Ausstrahlung in der Nacht bilden. Durch die Winddrehung am Montag von Süd auf Nordwest kann hierauf Triebschnee verfrachtet werden, der sich nur schlecht mit der Schneedecke darunter verbinden kann. In steilen Hängen können diese Triebschneelinsen schon durch geringe Zusatzbelastung als Schneebrettrutsche ausgelöst werden.

Sehr große Oberflächenreifkristalle können bei genügend Kältereserven den ganzen Tag an der Schneeoberfläche bestehen bleiben. Quelle: Kain Hermann