Lawinenprognosebericht
für Montag, den 24.04.2017
(herausgegeben: Sonntag, 23.04.2017, 16:06 Uhr)
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Stellenweise störanfälliger Triebschnee in den Hochlagen, rasch zunehmender Festigkeitsverlust mit im Tagesverlauf fortschreitender Durchfeuchtung der Schneedecke!
Gefahrenbeurteilung
In den Nordalpen sowie in den nördlichen Niederen Tauern besteht über 1600m erhebliche Lawinengefahr, ansonsten wird sie mit mäßig bis gering bewertet. In den Hochlagen müssen vereinzelt noch ältere, insbesondre aber Triebschneepakete, die sich von Samstag auf Sonntag bilden konnten, beachtet werden. Diese können speziell im kammnahen Gelände noch durch die geringe Zusatzbelastung eines Alpinisten zu einer Schneebrettauslösung führen. Mit rasch zunehmender Erwärmung und der Sonneneinstrahlung kommt das zu Tagesbeginn vorwiegend in tieferen Lagen bestehende Nass- und Gleitschneeproblem bereits am Vormittag auch in höheren Lagen zu tragen. Spontane Feuchtschneerutsche und Lockerschneelawinen können sich zunehmend aus steilen Hangbereichen lösen. Zahlreichen Risse und Mäuler in der Schneedecke deuten zudem auf Gleitschneeaktivitäten hin, diese Bereiche sollten gemieden werden.
Schneedeckenaufbau
In der Nacht von Samstag bis Sonntag hat es in den Nordalpen bis zu 30cm, in den Niederen Tauern stellenweise bis 10cm geschneit. Die Schneefallgrenze lag dabei oftmals in Tallagen. In tieferen Lagen konnte sich der Schnee tagsüber bereits wieder setzten. In Hochlagen entstanden frische Triebschneezonen, die sich auf älteren Triebschneebereichen ablagerten und weiterhin störanfällig sind. Das milde und sonnige Wetter am Montag begünstigt jedoch zunehmend die Setzung bis in höhere Lagen. Die voranschreitende An- bzw. Durchfeuchtung der Schneedecke führt vermehrt zu einem Festigkeitsverlust. Der warme Boden stellt eine ideale Schmierschicht für Gleitschneelawinen dar, die sich in Form von Rissen ankündigen und abgleiten können. Tiefe Lagen mit Schneebedeckung apern rasch aus.
Wetter
In der Nacht auf Montag herrschen verbreitet aufgelockerte Bedingungen. Nach einem frostigen Start in vielen Tal- und Beckenlagen sorgen tagsüber mit einer südwestlichen Strömung herangeführte Luftmassen für durchwegs sonniges Bergwetter und einen sprunghaften Temperaturanstieg gegenüber den letzten Tage in allen Höhenlagen. In 1500m werden Nachmittagstemperaturen um +6 Grad, in 2000m um +2 Grad erwartet. Der Südwestwind bleibt meist schwach bis mäßig.
Tendenz
Am Dienstag wird es bei allgemein freundlichem Wetter mit etwas größerem Bewölkungspotential noch einmal etwas milder. Die fortschreitende Setzung sowie die Durchfeuchtung der Schneedecke und die damit verbundene Nassschneeproblematik stehen im Vordergrund.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl