Lawinenprognosebericht
für Montag den 23.01.2017
(herausgegeben: Sonntag, 22.01.2017, 16:02 Uhr)
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Frischer Triebschnee in den Südsektoren zusätzlich zum Altschneeproblem in den Nordsektoren - mäßige Lawinengefahr
Gefahrenbeurteilung
Die Lawinengefahr wird im gesamten Nordstaugebiet, sowie in den Niederen Tauern Süd und dem Steirischen Randgebirge Ost über der Waldgrenze mit mäßig beurteilt. In den übrigen Regionen herrscht geringe Lawinengefahr. Die Anzahl der Gefahrenstellen durch Triebschnee wird sich im Laufe des Tages vergrößern. Einerseits befinden sich in den Nordsektoren noch Triebschneelinsen, die durch den zuletzt herrschenden Südwind verursacht wurden, andererseits bilden sich durch den ab Montagfrüh wehenden Nordwestwind frische Triebschneeablagerungen in den Süd- bis Ostsektoren. Die Triebschneelinsen können überwiegend durch große mitunter aber auch durch geringe Zusatzbelastung gestört werden. In den schattseitigen Hochlagen existiert zusätzlich ein Altschneeproblem, welches besonders in den Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee angesprochen werden kann. Aus sonnseitigen, sehr steilen Hängen lösen sich vermehrt spontane Lockerschneerutsche, die Gleitschneeaktivität bleibt weiterhin relativ hoch.
Schneedeckenaufbau
Der Südwind der letzten Tage hat in den nordseitigen Hängen und Rinnen Triebschneeablagerungen, welche auf älterem Triebschnee und einer Abfolge von Schmelzkrusten und kantigen Kristallen liegen, verursacht. Durch die Winddrehung am Montag auf Nordwest wird der lockere Schnee nun vermehrt in südseitige Hänge und Rinnen, sowie in Bereiche hinter Geländekanten und Kämmen verfrachtet. Dieser frische Triebschnee liegt meist auf einem Harschdeckel, der sich durch die Sonneneinstrahlung am Sonntag gebildet hat, oder schattig auf einer Oberflächenreifschicht. Der ehemalige Pulverschnee ist mittlerweile verbreitet patzig und angefeuchtet. Direkt an der Grenze zum Boden bildet sich durch die Feuchtigkeit vermehrt eine Gleitschicht.
Wetter
Am Montag setzt sich auf den Bergen das sonnige Wetter fort. Unterhalb von rund 900m Höhe kann es am Vormittag noch zähen Hochnebel geben, während es darüber von der Früh weg wolkenlos ist und wunderbare Fernsicht herrscht. Der Wind dreht Montagfrüh von Südwest auf Nordwest und weht mäßig, in exponierten Lagen teils lebhaft. Die Temperaturen liegen zu Mittag in 2000m Höhe um -3 Grad.
Tendenz
Am Dienstag zieht eine kurze Störung durch, die eine leichte Abkühlung und nicht mehr so einwandfreie Fernsicht bewirkt. Der Wind weht weiter nur schwach und dreht auf Nord. Die Gefahrenstellen in den südlichen Sektoren werden durch neuerlichen Triebschnee verbreiteter, während durch die Abkühlung die Gleitschneeaktivität etwas abnimmt.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Lisa Jöbstl