Lawinenlagebericht vom Sonntag, den 05.02.2012 um 07:30 Uhr

Im Tourenbereich herrscht erhebliche Schneebrettgefahr. Zu beachten gilt weiterhin spröder, frischer Triebschnee, der auch in lichteren Waldbereichen vorzufinden ist ! Es besteht Erfrierungsgefahr, angemessener Kälteschutz ist unumgänglich!

Allgemeine Stufe: 3
Nordalpen West:2-3 Nordalpen Ost:2-3
Niedere Tauern Nord:2-3 Steirisches Randgebirge West:2
Niedere Tauern Süd:2-3 Steirisches Randgebirge Ost:2-3
Gurk - und Seetaler Alpe:2

Gefahrenbeurteilung
In den Nordalpen sowie in den Niederen Tauern und dem Randgebirge Ost ist die Schneebrettgefahr in höheren Lagen erheblich (Stufe 3). Ein Schneebrett kann hier mit geringer Zusatzbelastung eines einzelnen Alpinisten losgelöst werden! Es existieren umfangreiche ältere Einwehungen im nord- bis westorientiertem Gelände, sowie frische Triebschneebereiche in den südlich Expositionen. Die Hauptgefahrenstellen liegen im kammnahen Gelände sowie in Rinnen und Mulden, wobei diese Stellen auch in lichteren Waldbereichen existieren. In tieferen Lagen hat der Wind die Schneedecke bearbeitet und einen Harschdeckel gebildet. Alpensüdseitig ist bei mäßiger Lawinengefahr günstigere Bedingungen. Gleitschneeaktivitäten sind unwahrscheinlich, einzelne Abgänge vor allem aus steilen Wiesenhängen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Schneedeckenaufbau
Gestern gab es in der ganzen Steiermark einen geringen Neuschneezuwachs, wobei die größten Mengen (um 5cm) in den südlichen Gebirgsgruppen sowie im Wechselgebiet auftraten. Der anhaltende, teils stürmische Nordostwind hat den kalten, leichten Schnee in sämtliche Expositionen verfrachtet. Er wurde mit schlechter Verbindung auf windgepresstem Altschnee abgelagert. Gipfel und Grate sind oft völlig abgeblasen oder mit einer eisigen Schneekruste überzogen, der übergangslose Wechsel zu Rinnen mit mächtigen Einwehungen ist oft stark ausgeprägt. Es haben sich überall größere Wechten bilden können. Vor allem Schattseitig sind in der Schneedecke einige Harschschichten sowie mechanisch bearbeiteter, weicher Schnee eingelagert. In tieferen Lagen ist der Schnee vor allem schattseitig pulvrig, sonnseitig besteht oberflächlich ein dünner Harschdeckel. Im extrem steilen Gelände weist die Schneedecke sonnseitig tiefe Risse als auch beachtliche Schneemäuler auf.

Wetter
Heute lässt der Tiefdruckeinfluss etwas nach. Die teilweise dichte Wolkendecke bekommt immer wieder Lücken, welche die Sonne zum Vorschein bringen. Die meiste Chance auf Sonne haben die südöstlichen Gebirgsgruppen. Aber auch die Möglichkeit, dass aus den Wolken ein paar Schneeflocken fallen bleibt bestehen. Es bleibt weiterhin bitter kalt bei bis zu -21 Grad in 2.000m. Der Wind weht heute schwach bis lebhaft aus nordöstlicher Richtung und flaut im Tagesverlauf etwas ab. Mit dem Wochenbeginn legt die NO-Strömung wieder etwas zu. Am Dienstag ist mit Schneeschauern zu rechnen, wobei das Maximum in den südlichen Landesteilen liegen wird. Die Temperaturen steigen langsam an.

Tendenz
Keine wesentliche Änderung! Frischer und spröder Triebschnee sollte im Steilgelände konsequent gemieden werden!

Der nächste Lagebericht wird morgen bis 07.30 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl
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