Lawinenwarndienst Steiermark

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Ausblick Richtung Wochenende und darüber hinaus

Erstellt am 12. Dezember 2019

In den kommenden Tagen macht sich die Sonne rar, es überwiegen tiefe und mittelhohe Wolken, die auf den steirischen Bergen für trübe Verhältnisse mitsamt Sichteinschränkungen sorgen. Zudem kann es dabei auch immer wieder etwas schneien, allerdings halten sich die Mengen mit wenigen Zentimetern in Grenzen. Letzte Niederschläge klingen am Samstag ab, wobei kurzfristig auflebender Westwind kleinere Triebschneelinsen bilden kann.

Am Sonntag bessert sich das Wetter nachhaltig. Bemerkenswert ist der prognostizierte Temperaturanstieg in der kommenden Woche, der – in Anbetracht der Jahreszeit – für überaus milde Verhältnisse sorgen wird. Die folgende Auflistung der erwarteten Höchsttemperaturen in 2000m (!) zeigt diese Entwicklung anschaulich [Region: Bad Aussee]:

Freitag, 13. Dez.: -4 Grad,

Samstag, 14. Dez.: -3 Grad,

Sonntag, 15. Dez.: +4 Grad,

Montag, 16. Dez.: +9 Grad,

Dienstag, 17. Dez.: +10 Grad,

Mittwoch, 18. Dez.: +6 Grad,

Donnerstag, 19. Dez.: +5 Grad,

Freitag, 20. Dez.: +4 Grad, …

… das ist der heutige (12. Dez.) Stand der Wettermodelle… Somit scheint sich vor Weihnachten kein ausgeprägter und nachhaltiger Wintereinbruch mehr abzuzeichnen.

Anbei eine Grafik, die die zu erwartenden Temperaturen der einzelnen Modell-Ensemble-Läufe (farbige Kurven) in einer Seehöhe von etwa 1500 m [Bereich: Bad Aussee] darstellt. Gut zu erkennen ist der nachhaltige Temperaturanstieg (weiße Kurve) in den Tagen ab dem 14. Dezember, der deutlich oberhalb des rot dargestellten, langjährigen Mittelwertes liegt. (Quelle: www.wetterzentrale.de)

Ausblick auf die kommenden Tage: Etwas Neuschnee, speziell in den Nordstaulagen, am Dienstag stürmischer Wind, am Mittwoch überall zwischenzeitliche Wetterbesserung

Erstellt am 9. Dezember 2019

Wettersituation

Zu Wochenbeginn überwiegen in der Steiermark die Wolken, die auf den Bergen bei schlechten Sichtverhältnissen Niederschläge bringen werden. Auch wenn es in sämtlichen Regionen etwas regnen oder schneien wird, liegt der Niederschlagsschwerpunkt im Bereich von den westlichen Nordalpen bis hin zu den nördlichen Niederen Tauern: Hier fallen in den höheren Lagen am heutigen Montag (09.12.) voraussichtlich etwa 5 cm und am morgigen Dienstag (10.12.) ca. 10 cm Neuschnee. Mit dem Frontdurchgang gehen auch die Temperaturen zurück, am Montag liegen die Mittagstemperaturen in 2000 m bei etwa -5 Grad, am Dienstag nur noch bei -11 Grad. Dabei sinkt auch die Schneefallgrenze von anfänglich etwa 1200 m auf tiefe Lagen ab. Auf den Bergen weht am Dienstag zum Teil stürmischer Wind aus nordwestlichen Richtungen.

ECMWF-Niederschlagsprognose für die erste Wochenhälfte. Auch wenn überall etwas Niederschlag erwartet wird, liegt der Schwerpunkt in den nordwestlichen Staulagen. (Quelle: ZAMG)

Lawinensituation

Im Hinblick auf Unternehmungen im freien Gelände ist somit vor allem auf den frischen Triebschnee zu achten, der sich vorwiegend in den hochgelegenen Kammlagen der Nordstauregionen bilden wird. Er kommt auf Altschnee oder auf einer weichen Schicht vom Neuschneezuwachs des Montags zu liegen. Da der Schnee zunächst noch bei vergleichsweise windschwachen Bedingungen fällt, kann dieser für den in weiterer Folge entstehenden Triebschnee eine mögliche Schwachschicht darstellen. Zudem erschweren die ungünstigen Sichtbedingungen das Erkennen dieser Triebschneelinsen im Gelände.

Weiterer Ausblick

Nachdem sich das Wetter in den südlichen Gebirgsgruppen bereits im Laufe des Dienstags bessert, verläuft der Mittwoch bereits in der gesamten Steiermark strahlend sonnig. Das Temperaturniveau steigt an, sodass die Mittagswerte in 2000m bereits bei etwa +2 Grad liegen werden. Im Hinblick auf die Lawinengefahr sind somit (im Zuge des Setzungsprozesses) spontane Rutschungen der frischen Auflage auf besonnten Hängen möglich.

Das „Auf und Ab“ des derzeitigen Wetterverlaufs setzt sich auch am Donnerstag nahtlos fort, es werden wiederum Wolken dominieren und neuerlich ist mit etwas Niederschlag zu rechnen.


Wetter und Schneesituation zum meteorologischen Winterbeginn

Erstellt am 2. Dezember 2019

Ein Trogdurchgang brachte in der Nacht auf den 02.12.2019 etwas Neuschnee auf den steirischen Bergen, bis zu 20cm wurden maximal registriert. Die kalte Luft aus Norden ließ die Schneefallgrenze in den nördlichen Regionen bis in die Tallagen absinken und sorgt somit vielerorts für ein winterliches Bild zu Beginn des meteorologischen Winters. Der Schnee fiel meist auf aperen Boden, eine geschlossene, gesetzte Altschneedecke (Schneefälle Mitte November) existierte nur mehr in den Hochlagen.

Störungsdurchgang mit Abkühlung, etwas Neuschnee und Nordwestwind am Grimming. Quelle: LWD

Der Schnee fiel bei mäßigem bis starkem Wind aus nordwestlichen Richtungen, womit sich in den Hochlagen kleinere, störanfällige Triebschneebereiche frisch bilden konnten, die aufgrund der frostigen Temperaturen (im zweistelligen Minusbereich) in 2000m und mäßigem Nordwind auch morgen Dienstag (03.12.) existieren bzw. je nach Schneemenge und Wind im Umfang zunehmen werden. Am Mittwoch (04.12.) haben wir es mit einer markanten Wetterumstellung zu tun, Hochdruckeinfluss und Südströmung sorgen für einen ausgeprägten Temperaturanstieg in den Hochlagen, am Donnerstag (08.12.) werden in 2000m um die +8 Grad erwartet. Es bleibt zudem zumindest die restliche Woche niederschlagsfrei. Somit sind lohnende Schitouren weiterhin nur eingeschränkt und in höheren Lagen möglich.

Hochdruckeinfluss und milde Temperaturen über dem Alpenraum zu Wochenmitte. Quelle ZAMG

 

Nordwind und kalte Luft bis 03.12. (oben) werden von Südwind und milden Luftmassen ab 04.12. abgelöst (unten). In höheren Lagen kann es somit zu kleineren Umlagerungen des kalten Schnees in nordexponierte Bereiche kommen. Quelle: LWD
 
"Latschenslalom" im unteren Teil der Edelgriesabfahrt. Quelle: Martin G., Tourenforum

 

Geschlossene Schneedecke in den südlichen Schladminger Tauern am Preber. Quelle: jurek, Tourenforum

 

Schneelage ab der Waldgrenze in den Seetaler Alpen (Zirbitzkogel) am 30.11. Quelle: Salzmann, Tourenforum

Update zur Schneelage und Lawinensituation

Erstellt am 22. November 2019

Durch den Regen und die milden Temperaturen der letzten Tage ist in der Steiermark der erste Schnee in den mittleren Lagen wieder geschmolzen. Die großen Wassermengen haben in einigen Gebieten durch Muren und Hangrutschungen großen Schaden verursacht.

Über 1800m Seehöhe ist der meiste Niederschlag als Schnee gefallen und in den Niederen Tauern, den Gurk- und Seetaleralpen sowie der Dachsteingruppe sind bereits teils lohnende Skitouren ab der Waldgrenze möglich.

Gesamtschneehöhe in der Steiermark laut SNOWGRID Analyse am 22. November 2019 um 10:00 Uhr MEZ. (Quelle: ZAMG)

Auf den Bergen hat mit dem Schneefall auch immer kräftiger, teils stürmischer Wind aus südlichen Richtungen geweht. In den Hochlagen der schneereichen Gebirgsgruppen prägte sich damit besonders in den Expositionen Nord bis Ost ein Triebschneeproblem aus. Hier sind teils mächtige Schneeeinfrachtungen vorhanden und bereits die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Skitourengehers kann ausreichen, um eine Schneebrettlawine auszulösen.

Den starken Windeinfluss sieht man zum Beispiel auch am Zirbitzkogel. (Quelle: Günter Rieger)

Zusätzlich hat sich durch das Einschneien des warmen Bodens und den Regeneintrag in die Schneedecke bis weit hinauf oft ein Wasserfilm am Fundament der Schneedecke gebildet. Dadurch kann es aus steilen Wiesenhängen aller Expositionen zu spontanen Nass- und Gleitschneerutschen kommen.

Bei Unternehmungen im freien Gelände ist Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr notwendig!

Weitere Informationen und den Start des Lawinenlageberichts wird es bei der nächsten deutlichen Wetter- und Lawinenlagenänderung geben.


Aussichten für das Wochenende – Nassschnee- und Triebschneesituation!

Erstellt am 15. November 2019

Der Föhn hat am Donnerstag und Freitag rasch viel Schneemächtigkeit vom Neuschnee von Mittwoch weggeschmolzen. Das Temperaturniveau ist in allen Höhen deutlich angestiegen, der Südwind hat sich intensiviert und weht nun stürmisch, auf den Gipfeln teils orkanartig.

Die Schneedecke am Grimming konnte sich mit dem starken Südföhn rasch setzten. (Quelle: LWD)

Am Samstag stecken die Berge oft in Wolken und es regnet abgeschwächt besonders wieder in den Niederen Tauern und im Süden. Die Schneefallgrenze liegt um 2000m Seehöhe. In den Nördlichen Kalkalpen weht weiterhin kräftiger Südföhn und hier kann es zwischendurch auch etwas auflockern. In 2000m sind 1 bis 2 Grad zu erwarten.

In der Nacht auf Sonntag frischt der Südföhn besonders in den Nordalpen wieder auf und der Niederschlag legt wieder zu. Ein Starkregenband zieht von Westen langsam ostwärts über die Steiermark und bringt verbreitet bis zu 20mm Niederschlag, in den Gurk- und Seetaler Alpen und den Niederen Tauern etwa das Doppelte bei einer Schneefallgrenze um 2000m.

ECMWF - 24h Niederschlagsprognose für den Sonntag (17.11.) (Quelle: ZAMG)

Am Montag lockert es dann in der gesamten Steiermark auf, der Niederschlag und der Wind lassen rasch nach.

Für die Beschreibung eines detaillierten Schneedeckenaufbaus fehlen noch umfangreichere Rückmeldungen aus dem Gelände. Die Schneedecke besteht im Wesentlich aus zwei Schichten, aus den Neuschneephasen um den 6. und 13. November, wobei die obere Schicht durch den Wind bearbeitet und gepresst wurde. Die Verbindung ist zum Teil schlecht, da die Schichten unterschiedliche Härten aufweisen und somit eine potentielle Schwachschicht existiert. Speziell durch den Südwestwind bzw. Südföhn haben sich in hochgelegenen Nordsektoren Triebschneebereiche gebildet, die durch geringe Zusatzbelastung von Wintersportlern als Schneebrettlawinen ausgelöst werden können.

Schon durch geringe Zusatzbelastung ist die Auslösung eines Schneebretts möglich, wie hier auf der Turrach. (Quelle: https://www.snezak.si/plazovi/104.html)

In den tieferen Regionen unter 2000m hat der Regeneintrag zu einer Durchfeuchtung der Schneedecke geführt. Es muss mit spontanen Gleit- und Nassschneerutschen gerechnet werden!

Bei Unternehmungen im Gelände ist Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr unbedingt notwendig!


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