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Tödliches Lawinenunglück am Greim

Erstellt am 15. Jänner 2021

Am Freitag ereignete sich am frühen Nachmittag ein tödliches Lawinenunglück nahe des Greim in den Wölzer Tauern, bei dem eine Person ums Leben kam.

Das Unglück ereignete sich am Osthang des dem Greim vorgelagerten Sandkogel. Zwei Tourengeher lösten eine Schneebrettlawine aus, wobei auf einer Breite von 400 bis 500 Meter der gesamte seit Dienstag gefallene Triebschnee auf der Altschneedecke abglitt.

Sandkogel Ost, Übersicht über die Lawine. Foto: BMI

Eine detailliertere Aufarbeitung der Ursachen dieser Lawine folgt in Kürze.


Schneebretter Stuhleck

Erstellt am 10. Jänner 2021

Lawinenunfälle Stuhleck:

Am 07.01.2021 und am 08.01.2021 ereigneten sich im Steinkorb zwei Lawinenunfälle. Beide Unfälle sind glimpflich ausgegangen.

Am 07.01.2021 hat eine Person in der Abfahrt auf einem SO Hang eine Lawine ausgelöst und ist ca. 150m mitgerissen worden. Sie wurde nicht verschüttet, jedoch Teile der Ausrüstung.

Nur ca. 70m entfernt ereignete sich am 08.01.2021 ein zweiter Abgang. Eine  fünfköpfige Gruppe war gerade im Aufstieg, als sie das Schneebrett zur Auslösung brachte. Drei Personen rutschten mit den Schollen mit.

Kurzanalyse:

Wie kam es zu den Unfällen? Im Bereich des Stuhlecks liegt ja nicht gerade viel Schnee. Blicken wir auf die nächstgelegene meteorlogische Station am Hochwechsel, dadurch können wir das Rätsel lösen:

Abbildung 1: meterologische Messdaten von der benachbarten Station Hochwechsel

 

Die Niederschlagsdaten zeigen, dass es in der zweiten Nachthälfte von 05.01. auf 06.01.2021 Niederschlag gegeben hat. Insgesamt sind im Bereich Stuhleck ca. 20cm Neuschnee gefallen. Der Südwind transportierte den kalten flockigen Schnee in den West- und Nordsektor. Danach drehte die Windrichtung auf West und die südostausgerichteten Hänge des Steinkorbs wurden somit mit dem kalten Triebschnee eingeweht. Es herrschten optimale Verfrachtungsbedingungen: kalter Schnee und Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 60km/h. Der Triebschnee lagerte sich auf eine dünne Schmelzharschkurste ab, die zuvor aufgrund der Sonneneinstrahlung entstanden ist. Darunter lag eine Schicht mit kantigen Formen (umgewandelter Oberflächenreif, welcher von 31.12.2020 auf 01.01.2021 entstanden ist). Aufgrund des vorliegenden Schneedeckenaufbaues (sie Profil) konnten die Schneebretter ausgelöst werden. 

Abbildung 2: Schneebrett vom 07.01.2021

Abbildung 3: Schneebrett vom 08.01.2021

Abbildung 4: Lawinengröße vom 08.01.2021


Aktuelle Lage und Ausblick

Erstellt am 27. Dezember 2020

Aktuell: Triebschneeproblem!

Seit Weihnachten sind in der Steiermark bis zu 30cm Neuschnee gefallen. Der Schwerpunkt lag dabei in den Nordalpen, wo unterhalb von etwa 1800m leider noch die Schnee-Unterlage fehlt. Dennoch herrscht oberhalb von 1800m ein Triebschneeproblem. Ab Sonntag setzt stürmischer Südföhn ein, der für neue Gefahrenstellen in Nord- und Osthängen führt. Auch wenn die Anzahl der Gefahrenstellen und die zu erwartenden Größe einer möglichen Schneebrettlawine derzeit begrenzt sind und Gefahrenstellen für erfahrene Tourengeher/innen gut erkennbar sein sollten (frisch eingewehte Bereich in den Hochlagen), ist Vorsicht geboten, da Lawinen vereinzelt schon durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers ausgelöst werden können!

Ausblick: Neuschnee vor allem im Südwesten der Steiermark

Am Montag erreicht uns eine Störung mit Sturm und Neuschnee von Süden her. Laut heutigen Prognosen (die noch ein wenig unsicher sind) werden in den Gurktaler Alpen bis zu 40cm und auf der Südseite der Niederen Tauern (von Westen nach Osten abnehmend) und auf der Koralpe noch 15cm erwartet. Nördlich des Alpenhauptkamms und in den östlichen Gebirgsgruppen der Steiermark werden es wohl nur 10cm Neuschnee oder weniger sein.

Hier noch ein Beispiel der unterschiedlichen Neuschneeprognosen für den heurigen „Schnee-Hotspot“ der Steiermark, die Turracher Höhe: Je nach Modell könnten bis Dienstag zwischen gut 20 und fast 40 cm Neuschnee fallen.

Neuschneeprognosen für die Turracher Höhe. Quelle: ZAMG

Derzeitige Schneeverteilung in der Steiermark und Ausblick

Erstellt am 20. Dezember 2020

Die letzten Niederschläge in der Steiermark mit Schnee fielen bereits in der ersten Dezember-Dekade, seither dominiert Hochdruckwetter mit viel Sonne und milden Temperauren im Gebirge und zäher Hochnebel in den Niederungen, wo es mancherorts der sonnenärmste Dezember seit Aufzeichnungsbeginn werden könnte.

Die schneebringenden Tiefs kamen von Süden, entsprechend präsentiert sich die Schneeverteilung in der Steiermark mit reichlich Schnee in den Gurktaler Alpen und an der Südseite der Schladminger Tauern sowie noch ausreichend Schnee im steirischen Randgebirge. Die schneebringenden Nordstaulagen für die nördliche Obersteiermark blieben hingegen bisher aus.

 

Verteilung der Gesamtschneehöhe in der Steiermark, Analyse vom 20.Dezember 2020. Quelle: ZAMG/SNOWGRID
 
Massenansturm auf den Hirschegger Speikkogel, die Sonnseiten apern bereits aus. Foto: LWD

 

Noch ausreichend Schnee am Ameringkogel, mit 2.187m höchster Berg im steirischen Randgebirge. Foto: LWD

 

Wie geht es weiter mit dem Winter?

So wie es derzeit aussieht, ist in nächster Zeit mit keinen größeren Schneemengen zu rechnen. Bis zum 24.12. fällt in der nördlichen Obersteiermark ein wenig Niederschlag, das meiste dürfte aber in Form von Regen sein. In der Nacht auf 25.12. kühlt es dann markant ab und bis zum 26.12. fällt immer wieder etwas Schnee. Bei Temperaturen um -13 Grad in 2.000m dürften aber zumindest die Schneekanonen den Schigebieten mehr Schnee bringen. Zum Jahresende hin wird dann wieder etwas milder.

Niederschlagsprognose bis 29.12.2020. Quelle ZAMG/ECMWF

Weiterhin extremer Südstau – in der Steiermark aber nur in abgeschwächter Form!

Erstellt am 6. Dezember 2020

Die kräftige Südströmung hält weiterhin an! In den für Südstau offenen Gebirgsregionen in Oberkärnten und Osttirol halten die Niederschläge mit starkem Schneefall und Regen am Sonntag den ganzen Tag über an, die Steiermark ist von den Staueffekten hingegen nur randlich im äußersten Südwesten betroffen. Vor allem im Bereich der Turrach und an der Südabdachung der Schladminger Tauern können am Sonntag bis Mitternacht größere Niederschlagsmengen zusammenkommen. Die Schneefallgrenze sinkt dabei bis zum Abend von 1.600m auf 900m ab. Tagsüber kann der Regen und Schnee auch weiter nach Norden ausgreifen.

Auf den steirischen Bergen ist die derzeitige Schneeverteilung äußerst unterschiedlich, größere Mengen an Neuschnee bekamen nur die Gebiete zwischen den Gurktaler Alpen und der Südseite der Schladminger Tauern. Allerdings liegt die Schneefallgrenze am Sonntag tagsüber oberhalb der Waldgrenze. In den steirischen Nordstaugebieten hat hingegen der Warmwettereinbruch vom Samstag mit stürmischem Südföhn den Schnee schmelzen lassen.

Nach einer kurzen Niederschlagspause am Montag ist am Dienstag mit neuerlichem Südstau zu rechnen, allerdings in etwas abgeschwächter Form. Die Schneefallgrenze liegt dann mit etwa 700m deutlich tiefer als zuletzt.

 

Niederschlagsmengen in Österreich bis Montag, 07.12.2020 18:00 Uhr. Quelle: ZAMG/AROME
 

Der Lawinenwarndienst Steiermark beginnt am Montag, 07.12.2020 mit der Ausgabe des täglichen Lawinenberichtes in neuem Design!


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